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| Hypnose in der Schmerztherapie |
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| Hypnose in der Schmerztherapie |
Schmerz ist ein Signal des Nervensystems. Es dient eigentlich dazu, auf eine Störung oder eine Verletzung aufmerksam zu machen und erfüllt damit eine wichtige
Schutzfunktion. Doch nicht immer ist Schmerz notwendig. In vielen Fällen ist der Schmerz eine Störung im Nervensystem, die die Betroffenen ohne konkreten Grund belastet.
Ob als Nachwirkung einer längst ausgeheilten Verletzung oder als dauerhaftes Signal aufgrund eines Schadens im Bewegungsapparat - Schmerzen können für den Betroffenen
eine unglaubliche Qual darstellen.
Viele Ärzte mit schulmedizinischer Ausbildung lehnen alternative Methoden bei der Schmerzbehandlung leider grundsätzlich ab. Das häufigste Argument ist dabei der fehlende
Nachweis der Wirksamkeit durch klinische Studien. Den betroffenen Patienten (und das sind gewiss nicht wenige), denen mit der Hypnosetherapie eine Schmerzlinderung
verschafft werden konnte, ist dies wohl ziemlich egal.
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Die Hypnose hat sich in der Schmerztherapie einen Namen gemacht, da sie eine medikamentenfreie Alternative zur Behandlung
verschiedener Schmerzsymptome bietet.
Die Bandbreite der Indikationen ist dabei nicht allein auf akute Schmerzen beschränkt, sondern bietet auch interessante Optionen für den Einsatz bei chronischen Schmerzen.
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Die Hypnose kann direkten Zugriff auf das Nervensystem nehmen und Schmerzen lindern, teilweise sogar komplett abschalten.
Ob zeitweise, während der Dauer eines Heilungsprozesses oder dauerhaft bei chronischen Schmerzen - wir finden gemeinsam mit Ihnen heraus, welche Möglichkeit für Sie in Frage kommt!
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Hypnose in der Analgesie (Ausschalten von Schmerzen)
Das wohl bekannteste Einsatzgebiet der Hypnose in der Schmerztherapie ist die Analgesie (das Ausschalten von Schmerzen) in der Zahnmedizin. Unzählige erfolgreiche Behandlungen
wurden dazu dokumentiert und in vielen Zahnarztpraxen gehört die Hypnose mittlerweile zum Alltag.
Doch die hypnotische Analgesie ist nicht allein auf die Zahnbehandlung beschränkt. Sie bietet sich auch bei anderen Behandlungen an, bei denen Schmerz eine Rolle spielt.
So lässt sie sich z.B. für kleinere ambulante chirurgische Eingriffe einsetzen, ebenso für chiropraktische oder physiotherapeutische Behandlungen. Auch in der Notfallmedizin
hat sich die hypnotische Analgesie seit Jahren bewährt. In den USA findet Sie oft Einsatz bei der Behandlung von Verbrennungsopfern oder auch in akuten Schock-Situationen,
da man mit ihrer Hilfe Verletzte schnell schmerzfrei bekommen kann.
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Hypnosetherapie bei chronischen Schmerzen
Die Behandlung chronischer Schmerzen mit Hypnose erfordert andere Vorgehensweisen, da es hier nicht nur darum geht, den Patienten kurzfristig im Rahmen einer Trance
schmerzfrei zu bekommen, sondern ihm, auch über die Hypnosesitzung hinaus, langfristige Linderung zu verschaffen. Die Behandlung chronischer Schmerzen hat vorwiegend das
Ziel, die Reizschwelle zu erhöhen und die Wahrnehmung so zu verlagern, dass der Patient den Schmerz nicht mehr so deutlich wahrnimmt. Gerade bei Schmerzen, die aufgrund
irreparabler körperlicher Schädigungen entstanden sind und die durch Bewegung immer wieder neu hervorgerufen werden, ist diese Vorgehensweise sehr sinnvoll. Für den
Patienten lässt sich damit eine deutliche Steigerung der Lebensqualität erreichen.
Fallbeispiel (mit Einverständnis des Patienten):
Einer meiner Patienten (im konkreten Fall war's mein Ehemann) stürzte im September 2006 von der Leiter und brach sich einen Lendenwirbel (L1). Die Bruchstelle wurde
in einer auf Wirbelsäulen-OPs spezialisierten Klinik operiert, indem man mittels zwei Titanstäben eine Versteifung über drei Wirbel (TH12-L1-L2) herstellte.
Im Frühjahr 2007 wurden die Titanstäbe wieder entfernt, da die Wirbelkörper in der Zwischenzeit fest zusammengewachsen waren.
Der Patient klagte die ganze Zeit, auch nach der Entfernung der Stäbe, ständig über starke Rückenschmerzen. Diese Rückenschmerzen traten sowohl bei körperlicher Belastung,
als auch beim längeren Sitzen und Stehen immer wieder auf, oft auch in einer Intensität und Dauer, dass die Einnahme von Schmerzmedikamenten unumgänglich war. Dies wirkte
sich auch auf die berufliche Tätigkeit des Patienten aus, sowohl die körperliche Belastbarkeit, als auch die Lebensqualität meines Mannes waren deutlich
eingeschränkt (was nicht zuletzt auch Auswirkungen auf seine Laune hatte).
Im Jahr 2009 wendete ich bei meinem Mann die Hypnosetherapie zur Bekämpfung der chronischen Schmerzen an, außerdem zeigte ich ihm noch ein paar Entspannungsübungen,
die er selbständig durchführen kann. Seit diesem Zeitpunkt ist mein Mann wieder komplett schmerzfrei, der zeitliche Aufwand für die Entspannungsübungen liegt
bei ca. 30 - 40 Minuten pro Woche und die Lebensqualität stimmt wieder (die Laune übrigens auch).
Natürlich ist klar, dass der Patient durch diese Versteifung an der Wirbelsäule niemals wieder die volle und uneingeschränkte Beweglichkeit erlangen wird, da
die Wirbelkörper in diesem Bereich ja "fest verblockt" sind. Ddie eingeschränkte Funktionalität der Wirbelsäule lässt sich mit Hypnosetherapie auch nicht reparieren,
bezüglich der chronischen Schmerzen wurden jedoch sehr gute Ergebnisse erzielt.
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Hypnose als begleitende Schmerztherapie
Oft ist es auch sinnvoll, die Hypnose in der Schmerztherapie begleitend einzusetzen. Nicht immer kann gänzlich auf eine entsprechende Medikation verzichtet werden,
aber mit Hilfe der Hypnosetherapie gelingt es häufig, die Dosierung der Schmerzmittel und damit auch die Belastung für den Organismus der Betroffenen zu senken.
Auch unter diesem Aspekt ist für die Patienten oft eine deutliche Steigerung der Lebensqualität erreichbar, da Schmerzmittel häufig unangenehme Nebenwirkungen haben, die
sich auf diesem Weg mindern lassen.
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Hypnose zum Entzug von Schmerzmitteln
Manche Schmerzmedikamente führen schnell zu einer Abhängigkeit. Selbst wenn der ursächlich zugrundeliegende Schmerz mit der Zeit nachlässt, fällt einigen Patienten
das Absetzen des Schmerzmittels dann schwer. Mit dem Einsatz der Hypnosetherapie lässt sich hier für den Patienten ein angenehmerer Übergang schaffen. Bei zusätzlichem
Einsatz cranialer Elektrostimulation (diese hat sich sogar im Heroin-Entzug bewährt) lassen sich auf diese Weise selbst stärkste Medikamente entziehen.
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Studie 1 zum Thema - Begleitende Selbsthypnose reduziert Schmerzmittel
Mit Selbsthypnose lassen sich chronische Schmerzen lindern und Arzneimittel reduzieren. Das Göttinger Institut für Psychologie wies eine Medikamentenreduktion
zwischen 60 und 75 Prozent nach.
Chronische Schmerzpatienten können mittels verhaltenstherapeutischer Selbsthypnose die Stärke ihrer Schmerzattacken deutlich verringern und auch den Einsatz an
Medikamenten spürbar reduzieren, so eine Pressemitteilung der Uni Göttingen. Dies ist das Ergebnis einer Folgestudie, die mit 28 Schmerzpatienten an der Universität
Göttingen durchgeführt wurde.
Die Patienten lernen, sich bei auftretenden Schmerzattacken autosuggestiv in einen Zustand tiefer Entspannung zu versetzen und mindern dadurch den Schmerz.
Als Folge können sie nach Angaben von Dr. Stefan Jacobs vom Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie, der die Studie leitete, dauerhaft auf 60 bis 75 Prozent
ihrer Medikamentendosis verzichten.
Nach Angaben des Wissenschaftlers konnte die Dosis bei Analgetika um 60 Prozent, bei Antidepressiva um 63 Prozent und bei Opiaten sogar um 75 Prozent gesenkt werden.
Wie eine Nachuntersuchung drei Monate später zeigte, bleiben diese Verbesserungen mehrheitlich auch nach Monaten stabil.
Quelle: www.uni-protokolle.de März 2005
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Studie 2 zum Thema - In Trance empfindet der Patient weniger Schmerzen: Selbst Tumor- und Gesichtsoperationen werden ohne Vollnarkose durchgeführt
Kieferchirurgische Operation unter Hypnose. Gut sichtbar: Der Patient trägt einen Kopfhörer, über den er eine Hypnose-CD hört. Dr. Dr. Dirk Hermes arbeitet an der
Universitätsklinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie in Lübeck, die Universität zu Lübeck beschreitet neue Wege:
Um Patienten eine unangenehme kiefer- oder gesichtschirurgische Behandlung zu erleichtern, werden diese hypnotisiert. In Trance verlieren sie die Angst vor der
Behandlung und empfinden deutlich weniger Schmerzen. Während sich medizinische Hypnose in Zahnheilkunde und Psychotherapie bereits etabliert hat, betreten die
Lübecker Spezialisten in der Chirurgie damit Neuland. Die Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie (Direktor: Prof. Dr. Dr. Helmut von Domarus) ist mit einer eigenen Hypnosesprechstunde bundesweit die erste ihrer Art.
"Wenn es der Patient wünscht, verzichten wir nicht nur bei ausgedehnten Kieferbehandlungen auf eine Vollnarkose. Auch Tumoroperationen, Abszesseröffnungen und
wiederherstellende Eingriffe im Gesicht können in örtlicher Betäubung unter Hypnose durchgeführt werden." erläutert Dr. Dr. Dirk Hermes das spektakulär anmutende Verfahren.
120 Behandlungen bei 101 Patienten zwischen 15 und 87 Jahren haben die Lübecker im vergangenen halben Jahr unter Hypnose vorgenommen. Dabei erlebten nur vier Patienten
(3,4 %) keinen Hypnoseeffekt, in zwei weiteren Fällen (1,6 %) kam es nicht zu einer Verbesserung der Behandlungsbedingungen. Bei der übergroßen Mehrheit - exakt bei 95 % aller
Hypnosesitzungen - stellten die Chirurgen jedoch Trance-Phänomene fest, die zu einer deutlich stressärmeren Behandlungssituation für Patient und Arzt führten. Die Patienten
waren angstfrei und entspannt, hatten seltener unangenehmen Speichelfluss oder Würgereiz und konnten belastende Behandlungspositionen besser tolerieren.
Das Konzept scheint den Chirurgen recht zu geben: Alle später befragten Patienten mit positiver Trance-Erfahrung würden einer erneuten Behandlung unter Hypnose sofort
zustimmen, 18 wurden bereits mehrfach unter Hypnose operiert. Die aktuellsten Daten aus Lübeck zur Wirksamkeit von Hypnose stellt Dr. Hermes beim 16. Europäischen Kongress
für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie vom 3.-7. September in Münster vor.
60 % aller Menschen gehen nur ungern zum Zahnarzt. Und weitere 25 % zögern einen Termin soweit es geht hinaus bzw. vereinbaren erst gar keinen mehr.
Selbst eine - heute in aller Regel - schmerzfreie Behandlung bleibt oft als schlechte Erfahrung im Gedächtnis. Und allein die Angst vor möglichen Schmerzen macht
nachfolgende Therapien noch unerträglicher. "Die medizinische Hypnose, die wir bei unseren Behandlungen zusätzlich zur örtlichen Betäubung einsetzen, eignet sich ideal,
diesen Teufelskreis zu durchbrechen", erläutert Hermes.
Mittels Musik und beruhigender Worte gelangen die Patienten in einen entspannten Zustand, während dessen sie sich intensiv zurückliegende, schöne Erlebnisse vorstellen.
Die Behandlung, vor der sie sich so gefürchtet haben, rückt in den Hintergrund; Herzschlag, Blutdruck und Atmung normalisieren sich. Die Situation ist vergleichbar
mit einem Film, in den der Zuschauer versinkt und dabei die Rückenschmerzen, die der klapprige Kinostuhl verursacht, gar nicht mehr spürt.
Die Requisiten der medizinischen Behandlung können in die Hypnose eingebaut werden und ihre Wirkung noch verstärken: Das OP-Licht suggeriert Sonnenschein, der
Speichelsauger Meeresrauschen, und die Abdecktücher täuschen sommerliche Wärme vor. Hermes: "Auf diese Weise kommt es zu einer völligen Umdeutung der Situation.
Einem Patienten, dem wir während einer Behandlung 17 Zähne gezogen haben, war in der Hypnose so mit seinem letzten Türkeiurlaub beschäftigt, dass er nicht bemerkte,
wie wir mit Zangen und Fräsen in seinem Mund gearbeitet haben."
Viele Patienten können sich nicht oder nur schemenhaft an die Behandlung erinnern. Dabei sind die Betroffenen während der Trance nicht narkotisiert oder gar willenlos.
Ganz im Gegenteil: "Gegen seinen Willen kann niemand hypnotisiert werden, alles geschieht in gegenseitigem Einvernehmen. Der Patient ist während der Hypnose wach,
ansprechbar und kann aktiv in die Behandlung einbezogen werden. Außerdem ist er jederzeit in der Lage, seine Augen aufzuschlagen und die Trance abzubrechen. Wichtig sei,
so Hermes, den Patienten in ausführlichen Vorgesprächen auf die Hypnose und die Behandlung vorzubereiten.
Der erste Patient, der in der Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie unter Hypnose behandelt wurde, war Hermes selbst. Seine Kollegen entfernten ihm in einem
80-minütigen Eingriff zwei im Kiefer verlagerte Weisheitszähne und führten eine Wurzelspitzenresektion an einem oberen Backenzahn durch. "Es war sehr angenehm,
selbst kurzzeitig auftretende Schmerzen haben mich nicht gestört. In Trance war ich Segeln und fühlte mich entspannt und distanziert von dem, was gerade mit mir geschah."
Anfangs wurden an der Lübecker Uniklinik bevorzugt chirurgische Zahnsanierungen unter Hypnose durchgeführt. Doch das Spektrum hat sich schnell erweitert: So werden
nach einem Kieferbruch im Gebiss verankerte Drahtschienen in Trance wesentlich schonender wieder entfernt. Auch der Verschluss von Luftröhrenschnitten erweist sich
unter Hypnose als weniger belastend für den Patienten. Und selbst ausgedehnte Tumoroperationen, in dessen Folge Gesichtshaut "verlegt" werden musste, wurden bereits
mit nur niedrig dosierter örtlicher Betäubung unter Hypnose ausgeführt. Die bisher längste Lübecker Hypnose-OP dauerte zweieinviertel Stunden.
Um den, so Hermes, "klinisch eindeutig sichtbaren" Nutzen der Hypnose in der Kiefer- und Gesichtschirurgie auch wissenschaftlich zu belegen, werden in Lübeck jetzt
zwei Studien aufgelegt: In der ersten Untersuchung werden Zahnbehandlungen unter örtlicher Betäubung verglichen, die teils mit und teils ohne Hypnose durchgeführt wurden.
Die zweite Studie geht der Frage nach, ob Hypnose sich günstig auf den Heilungsverlauf auswirkt, die Kieferschwellung etwa geringer ist und der Schmerzmittelgebrauch sinkt.
Quelle: www.uni-protokolle.de August 2002
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